| Geisterstädte |
Unterwegs im Wilden Westen der Pionierszeit
Früher zogen Menschen mit Waschsieben auf der Suche nach Gold in die Rocky Mountains, heute können Sie die Landschaft und die Städte bereisen und die Vergangenheit wieder auferstehen lassen. In den Wäldern der heutigen US-Bundesstaaten Idaho, Montana, South Dakota und Wyoming offenbarte der Wilde Westen sein wahres Gesicht. Hier gab es Indianer, Cowboys, Goldsucher, Bergleute und Soldaten. Fast über Nacht entstanden Städte mit Saloons und Geschäften, vorwiegend in Bergbaugebieten mit reichen Bodenschatzvorkommen, aber auch entlang der Eisenbahnstrecke. Als sich die Ressourcen erschöpften und der Boom sich dem Ende neigte, verließen die Bewohner häufig die Siedlungen auf der Suche nach profitableren Gebieten. Arbeiter zogen nach der Fertigstellung des Eisenbahnabschnitts weiter zur nächsten Teilstrecke. Das Militär rückte zu anderen Gegenden ab, die es vor Indianerangriffen zu schützen galt. Unbewohnt und verlassen blieben die Siedlungen als Geisterstädte zurück. Die Spuren der Goldrauschzeit kann man heute in diesen „ghost towns“ entdecken. Einige Geisterstädte bestehen aus alten verlassenen Gebäuden, in anderen hingegen findet man lediglich Gebäudefundamente oder Grundmauern der früheren Bauten. Alte Bergbaucamps, die zu einem Zeitpunkt in ihrer Geschichte von vielen Einwohnern verlassen wurden, darunter Virginia City und Marysville in Montana oder Deadwood in South Dakota, werden zu der Kategorie „ghost town“ hinzugezählt, obwohl sie heute noch geschäftige Städte sind. Wer auf die Entdeckungsreise der Geisterstädte gehen will, kann dies auch sehr gut mit einem Besuch des Yellowstone Nationalparks und anderen Attraktionen verbinden. Montana
Virginia & Nevada City
Montana ist ein junger Staat und die hiesige Geschichte ist leicht greifbar. Entdecken Sie die Goldcamps von Virginia City & Nevada City. Am Alder Creek fiel einer Gruppe aus Goldsuchern ein Felsen mit einer gewissen Färbung auf – ein Gestein, welches Gold enthielt. Dies geschah 1863. Bereits ein Jahr später waren es 10.000 Menschen, die sich in den benachbarten Virginia sowie Nevada City ansiedelten, darunter Goldschürfer, Händler, Wirte und viele andere. Hier gab es auch Gesetzlose, Räuber aber auch Sherrifs, die mit Raubmorden, Überfällen auf Goldtransporte und Postkutschen sowie mit Schießereien zu kämpfen hatten. In den 30gern war der Boom endgültig vorbei und heute leben nur noch rund 150 Menschen hier. Was der Goldrausch hinterließ, sind Geisterstädte, Minengebiete und viele Legenden. Der US-Bundesstaat Montana setzt alles daran das Kulturerbe der ehemaligen Goldcamps für die Nachwelt zu erhalten. Neben veralteten und rostigen Autos sowie Landmaschinen finden sich in den Freilichtmuseen erhaltene und wiedererrichtete Holzbauten mit der original Innenausstattung aus der Goldrauschzeit. Die Gebäude können besichtigt werden und ein Blick lohnt sich immer!
Elkhorn
Eine Zeitreise in den Wilden Westen lohnt sich auch in der Geisterstadt Elkhorn. Hoch in den Bergen wurden hier im Jahr 1870 Silbervorräte entdeckt. Aber auch die Holzfällerei in den umliegenden Wäldern lockte Tausende Arbeiter in die damals florierende Stadt. Die Stadt beherbergte Banken, Geschäfte, Restaurants, Saloons, Tanzhallen und vieles mehr. Schießereien und Selbstjustiz des Wilden Westens waren auch hier an der Tagesordnung. Die Schauplätze der Goldrauschzeit-Ereignisse sind in Elkhorn gut erhalten und bieten zahlreiche Motive des Wilden Westens.
Garnet
Die Goldsuchersiedlung Garnet entstand durch die Goldfunde eines Fallenstellers im Jahr 1852. Der Fund konnte nicht geheim gehalten werden, daraufhin strömten die Menschen auf der Suche nach Gold in das Garnet Gebirge und errichteten ihre Holzhäuser in dem hiesigen Wald. Um 1890 während der Boomzeit hatte Garnet mehrere Kneipen, Handwerkgeschäfte, Läden und andere Gebäude, die heute gut erhalten sind und besucht werden können.
Bannack State Park
Bannack State Park ist zwar keine Geisterstadt bietet aber auch einen guten Einblick in die Goldgräber-Vergangenheit. Man kann eine Schule, Kirche und das Hotel Meade, indem es angeblich spukt, besuchen.
Idaho
Wallace
Wallace ist zwar keine verlassene Geisterstadt, hier leben rund 950 Einwohner, jedoch gewährt sie jedem Besucher einen wundervollen Einblick in das Leben während der Goldrauschzeit. Wallace war der Mittelpunkt des Silberabbaus und als seine Holzhütten bei einem Brand in 1910 abbrannten, errichteten die wohlhabenden Bürger die Stadt mit Backsteinen als Baumaterial neu. Alles hier ist noch wie vor 100 Jahren, Wallace ist eine der eher seltenen Backsteinstädte der Goldrauchzeit. Von hier aus können Sie auch die Geisterstadt Murray besuchen.
Silver City
Silver City ist ein Juwel unter den Geisterstädten. Mit der Entdeckung einer Silberader am War Eagle Mountain wurde in 1864 die Stadt gegründet. Um 1880 boomte Silver City und war eine attraktive Silber- sowie Goldgräbersiedlung. Die erste Tageszeitung und die erste Telegrafenstation im Idaho Territorium wurden in Silver City eingerichtet. Als die Edelmetallvorkommnisse sich erschöpften, zogen auch viele der einstigen Bewohner davon. Doch die alten verbliebenen Gebäude werden renoviert und instand gesetzt. Diese befinden sich meist im privaten Besitz und eignen sich hervorragend als Ferienhäuser. Seit 1972 stehen die Bauten sowie das Umland unter Denkmalschutz. Reisen Sie zurück in die Vergangenheit in Silver City und erfahren Sie die hiesigen Legenden.
South Dakota
Deadwood
Wie auch viele andere US-Bundesstaaten beherbergt South Dakota viele Geisterstädte. Die gesamte Stadt Deadwood steht unter Denkmalschutz. Die Gebäude wurden gründlich restauriert und sind historisch wertvoll. Deadwoods ausgeprägter viktorianischer Baustil ist einzigartig im Westen. Während die Goldrauschzeit um 1876 die Westernhelden Wild Bill Hickok und Calamity Jane hervorbrachte, bot sie zudem genügend Wohlstand um ein Handelszentrum im Herzen der Black Hills zu errichten. In 1876 war das Goldlager von Deadwood in Dakota Teritorry ein raues sich überschlagendes Glücksspielstädtchen. Deadwood entstand mit den nach Wohlstand suchenden Zugezogenen, die während der Goldrauschzeit in die Black Hills kamen. Die Gegend wurde von Auseinandersetzungen zwischen den Sioux Indianern und den Siedlern geprägt. Hier entstanden die Legenden des Wilden Westens. Glücksspiel, Bordelle und Saloons waren hier gang und gäbe.
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